Erste Große Karnevalsgesellschaft Diez e.V.

 

 

Geschichte Nassau-Oranien


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Fürstentum Nassau-Diez / Nassau-Oranien

Die Grafschaft Diez, deren Grafen seit ca. 1150 genannt werden, kommt 1386 an Nassau, nachdem bereits 1355 größere Teile an Nassau-Merenburg und 1376 ein Viertel der Grafschaft sowie Kirberg an das Erzstift Trier gefallen waren.
Die im Jahre 1607 durch erneute Abspaltung entstandene Linie Nassau-Diez beerbt:

1702 Nassau-Oranien
1711 Nassau-Hadamar
1739 Nassau-Dillenburg
1743 Nassau-Siegen
Damit sind am Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation alle Gebiete der ottonischen Linie der Nassauer in einer Hand vereint.1742 wird in Dillenburg eine Zentralbehörde zur Verwaltung der nassauschen Fürstentümer eingerichtet. Seit 1747 residieren die Fürsten von Nassau in Den Haag und die Linie nennt sich Fürsten von Nassau-Oranien, da sie im gleichen Jahr erbliche Statthalter der Niederlande geworden sind.

Mit den Nassauern der walramschen Linien wird 1736 ein Erbvertrag geschlossen, der jedoch nicht von allen Häusern unterzeichnet wird. Doch kommt es 1783 zur Gründung des Erbvereins aller nassauschen Fürstenlinien, der 1786 vom Kaiser unterzeichnet wird.

1795/7/1801 gehen alle linksrheinischen Besitzungen an Frankreich verloren und als Entschädigung wird das Fürstentum Oranien neben dem Fürstentum Diez mit Streubesitz in ganz Deutschland gebildet, u.a. Hochstift Fulda, Dortmund, Corvey, Weingarten u.a. Im Jahre 1806 gehen auch die rechtsrheinischen Gebiete verloren, insbesondere geht Nassau-Diez im Herzogtum Nassau und dem Großherzogtum Berg auf.

Am 20.12.1813 nimmt der Prinz von Oranien wieder seine Länder in Besitz, auch Nassau-Diez wird vom Herzogtum Nassau wieder zurück gegeben. Doch werden im Jahr 1815 per Vertrag alle deutschen Gebiete Nassau-Oraniens an Preußen abgetreten und gegen das Großherzogtum Luxemburg eingetauscht. Wilhelm von Nassau-Oranien wird 1815 König der Niederlande und schließt im gleichen Jahr mit Preußen einen Vertrag, in dem alle deutschen Gebiete des Hauses Nassau-Oranien an Preußen. Im Gegenzug erhält das Haus Nassau-Oranien das Großherzogtum Luxemburg.

Nach 1945 kommen die Gebiete des ehemaligen Fürstentums Nassau-Diez zum größten Teil an Hessen, das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen an Nordrhein-Westfalen und kleine Teile an Rheinland-Pfalz.

Die Anfänge der Nassauer Grafschaften


Die Laurenburger Grafen erbauen um ca. 1125 eine Burg namens Nassau an der unteren Lahn, nach der sie sich ab 1159 Grafen von Nassau nennen. Vorfahr ist der Mainzer Vogt in Siegen namens Ruppert (1079 - 1089). Dessen Sohn Dudo von Laurenburg beerbt 1122/24 den Grafen von Idstein-Eppstein und wird 1124 in Weilburg Vogt des Hochstifts Worms mit dem lange um die Rechte an der Burg Nassau gerungen wird. Der Streit kann erst beigelegt werden, nachdem der Trierer Erzbischof durch den Tausch eines Hofes im Nahegau die Burg erlangt hat und sie der Gräfin Beatrix von Laurenburg und deren Söhnen übergibt, nachdem diese auf ihre Eigentumsrechte an der Burg verzichtet und 150 Mark gezahlt haben. Der erste urkundlich erwähnte Graf von Nassau ist Heinrich I. (1160 - 1167).

Um 1160 erwerben die Nassauer zusammen mit den Grafen von Katzenelnbogen umfangreichen Besitz von den Grafen von Isenburg. In der Folge können sie ihre Besitzungen im Gebiet zwischen Main, Rhein, Sieg und der Wetterau ausdehnen, den sie durch die guten Beziehungen zu den Staufern auch festigen können. Wegen des umfangreichen Besitzes wird der Graf Heinrich II. (1198 - 1247) auch der Reiche genannt. Nach seinem Tod verwalten seine Söhne Otto und Walram die Grafschaft zunächst gemeinschaftlich. Doch am 16.12.1255 teilen die Brüder die Grafschaft entlang der Lahn in eine nördliche Hälfte, die Otto erhält und eine südliche, die an Walram fällt. Gemeinsam bleiben den Brüdern die Burg Nassau, der Einrich zwischen unterer Lahn und Taunus, die Laurenburg, die Pfandschaften und Lehen.

Geschichte der Nassauer Fürstentümer - Ottonische Linie

Die Söhne Ottos I. (+1289) teilen 1303 den ererbten Besitz in die Linien Nassau-Siegen, Nassau-Dillenburg und Nassau-Hadamar auf. Bereits 1328 fällt Nassau-Dillenburg an Nassau-Siegen, dessen Graf Heinrich (+1343) Gebiete um Haiger, Dernbach, Ebersberg und Eibelsberg hinzu gewinnen kann. Die Linie Nassau-Hadamar (ältere Linie) besteht bis in das Jahr 1394 und fällt dann an Nassau-Siegen, die ihre Residenz in Dillenburg hat.

Schon 1343 spaltet sich die Linie Nassau-Beilstein (ältere Linie bis 1561) von Nassau-Siegen ab. Diese kann 1386 durch Heirat die Reichsgrafschaft Diez erwerben. 1403 kommen Breda und weitere Gebiete in den heutigen Niederlande ebenfalls durch Heirat an das Haus Nassau. 1420 kommt es wiederum durch Heirat zum Erwerb der Grafschaft Vianden im heutigen Luxemburg.

Die Gebiete wurden im 15. Jahrhundert wieder mehrfach in selbständige Linien geteilt - 1425 drei Linien: Nassau-Dillenburg-Diez (bis 1443), Nassau-Haiger-Siegen (bis 1429) und Nassau-Herborn-Breda. Von 1451 bis 1472 und von 1504 bis 1516 waren alle Nassau-Dillenburger Gebiete vereint.

Nach dem Aussterben der Katzenelnbogener ging deren Grafschaft an Hessen-Kassel, da die Erbtochter Anna von Katzenelnbogen Heinrich III. von Hessen-Marburg geheiratet hatte. Sein Sohn, Wilhelm III. stirbt 1500 und Hessen-Marburg fällt an Hessen-Kassel zurück, einschließlich Katzenelnbogen. Da jedoch Elisabeth, die Schwester Wilhelms III. mit Johann V. von Nassau-Dillenburg verheiratet ist, haben ihre Söhne Erbansprüche auf Katzenelnbogen, da sie die direkten Nachkommen des letzten Grafen von Katzenelnbogen sind (Urenkel). Es kommt zu einem langen Streit, der 1523 zu Gunsten der Nassauer im Tübinger Urteil entschieden wird.

Jedoch verhindert die Einführung der Reformation in Hessen 1524 und in Nassau-Dillenburg 1530 die Vollstreckung. Dies geschieht erst nach der hessischen Niederlage im Schmalkaldischen Krieg, der in einem Urteil 1548 Nassau die gesamte Grafschaft Katzenelnbogen zuspricht. Doch schon 1552, nach der Befreiung Landgraf Philipps, fällt Katzenelnbogen wieder an Hessen. Im Frankfurter Vertrag von 1557 kommt es zu einem Kompromiss, der Nassau jedoch nur den hessischen Teil der Grafschaft Diez zuspricht und eine Ausgleichszahlung für Nassau-Dillenburg verfügt.

1516 spaltet sich die Bredaer Linie endgültig ab und nennt sich wegen des 1515 durch Heirat Heinrichs III. mit Claudia von Chalons und Oranien und 1530 durch Erbfall erworbenen Fürstentums Orange an der unteren Rhone Nassau-Oranien. Es geht 1544 an den Neffen Heinrichs III. Wilhelm von (Nassau) -Oranien. Er führt den Freiheitskampf der Niederlande gegen Spanien und wird dabei von seinem Bruder Johann VI. (1559 -1606) unterstützt, der die rechtsrheinischen Besitzungen der ottonischen Nassauer hält. Johann VI. tritt 1557 zum Calvinismus über und gründet in 1584 Herborn eine Hohe Schule ein. Zum Schutz seines Landes gegen die äußere Bedrohung führt er eine abgestufte Wehrpflicht ein, das sogenannte nassauische Landrettungswerk, was bald darauf von anderen deutschen Herrschern nach gemacht wird. Als Haupt des Wetterauer Grafenvereins verfügt Johann über großen Einfluss, weshalb bald auch andere Herrscher der Region, so 1604 Landgraf Moritz von Hessen, zum reformierten Glauben über treten.

Nach dem Tode Johann VI. von Dillenburg kommt es durch sein Testament 1607 zu einer Zersplitterung Nassau-Dillenburgs, die das Land sehr schwächt und im 30-jährigen Krieg ohnmächtig werden lässt.

Es entstehen:

Nassau-Beilstein beerbt bereits 1620 Nassau-Dillenburg und nennt sich fortan Nassau-Dillenburg. 1652 wird es in den Reichsfürstenstand erhoben. 1739 erlischt die Linie und wird von Nassau-Diez beerbt.
Nassau-Dillenburg, das bereits 1620 an Nassau-Beilstein fällt.
Nassau-Hadamar, welches 1650 in den Reichsfürstenstand erhoben wird. Es fällt 1711 an Nassau-Diez.
Nassau-Siegen, welches 1742 an Nassau-Diez fällt.
und Nassau-Diez, das 1702 Nassau-Oranien beerbt hat

Quelle: http://www.hoeckmann.de

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Stand: 31.01.2010