Vorgeschichte
Aus dem alten Rom kennt man vor allem das Saturnalienfest. Während des Fests
gab es keine Standesunterschiede mehr: Herren bedienten ihre Sklaven, man
beschenkte sich gegenseitig und trank gemeinsam.
Das Christentum hatte zu solchen Spaßveranstaltungen jedoch ein heikleres
Verhältnis als die Menschen der Antike. Weltliche Vergnügungen wie zum Beispiel
bestimmte Fastnachtsbräuche fielen immer wieder unter kirchliche Verbote.
Dennoch gibt es eine Tradition, in denen auch die Kirche einen Freiraum für
Spott und Spaß ließ. Im Fest der Narren im Weihnachtskreis wurde ein Narrenabt
gewählt sowie Liturgien und heilige Texte parodiert. Dazu gehören zum Beispiel
ein Sauf-Vater-Unser oder die Esel-Bischofs-Weihe.
Köln - München - Berlin
In manchen Gebieten, wie zum Beispiel Köln, gehört Karneval zur Geschichte
der Stadt und ist das vielleicht wichtigste Fest des Jahres. In Städten wie
München gehört Karneval ebenfalls zur lokalen Tradition, wird aber eher privat
als öffentlich gefeiert. In Städten protestantischer Prägung wie Berlin wird
Karneval zwar inzwischen auch gefeiert, hat aber keine echte Tradition.
In einem großen Teil des deutschsprachigen Raums war spätestens in der
Reformation der Faschingsspaß vorbei. Die Reformatoren hatten kein Verständnis
mehr für solchen "mutwillen, Schreien und andre leichtfertigkeit, wie
bisanhero an der teufels fassnacht" begangen wurde, so heißt es in einer
Gottesdienstordnung von 1555. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Fasching auch
heute noch auf die katholischen Gebiete begrenzt.
Spätestens Anfang des 19. Jahrhundert wurde der Karneval wieder entdeckt,
wurden Bräuche zum Leben erweckt und neu in Szene gesetzt. Die traditionellen
Karnevalsvereine des Rheinlands haben in dieser Zeit der Romantik ihren
Ursprung. Aber auch Fastnachtsfeste und Faschingsbräuche im süd- oder
südwestdeutschen Raum sind eher Ergebnis einer Wiederbelebung als die einer
Jahrhunderte alten Tradition. Selbst der berühmte Karneval in Venedig, der heute
Touristen aus aller Welt anlockt, wurde erst auf Initiative des venezianischen
Fremdenverkehrsvereins geschaffen.
Was ist Fasching ?
? Fasching ? Fastnacht ? Karneval ?
Fastelovend (Köln) / Fassenacht (Mainz) / Fasnet, Fasenet (Schwaben)
Um es vorweg zu nehmen: historisch gesehen bedeuten alle Worte das Gleiche...
Eigentlich kommt der Begriff von "fasen", das ist ein altes Wort für "närrisch
sein". Erst viel später sprach man von Karneval:
- carne vale ist Lateinisch und heißt: Fleisch, lebe wohl, entstanden
aus "carne" (Fleisch) und "levare" (wegstellen, wegtun) ; diese Bedeutung
spielt damit auf die dem Karneval folgende Fastenzeit an.
- einer anderen Erklärung nach ist das Wort Karneval aus den Wörtern
"carrus navalis" (Schiffswagen, Narrenschiff) hervorgegangen. Demnach
würde es sich auf die Frühlingsfeste beziehen, die zu Zeiten der Römer im
Rheinland abgehalten wurden, um das Stapellassen neuer Schiffe zu feiern.
Das "Narrenschiff"
wurde 1494 nach der Veröffentlichung des gleichnamigen Romans von
Sebastian Brant zur bekannten Metapher für menschliche Schwäche und
Laster. Noch heute sind Karnevalswagen oft wie ein Schiff dekoriert.
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das Narrenschiff |
Papst Martin IV. empfahl im Jahre 1284, die Gläubigen sollten "etliche Tage
Fastnacht halten und fröhlich sein".
Fasching (Fasnet, Fasnacht) ist die bayerisch- österreichische Wortform für
Fastnacht, womit bis zum 13.Jh. nur der Abend vor Beginn der Fastenzeit, also
der Abend vor Aschermittwoch bezeichnet wurde.
Der Fasching geht nicht auf heidnische Fruchtbarkeitskulte zurück. Vielmehr
kam in ihm das Verlangen nach leiblichen Genüssen vor dem Fasten zum Ausdruck.
Tänze und Gelage sind die ältesten bekannten Faschingsbräuche. Im 14.Jh.kamen
Renn- und Stechspiele zu Pferde dazu. Im 15.Jh.begannen Patrizier und Zünfte,
Maskenumläufe zu veranstalten. Verleitet durch Tier-, Teufels- und
Hexenmaskierungen führten sie gelegentlich zu Ausschreitungen. Diese
Ausschreitungen werden heute gelegentlich wiederbelebt ...
Wann ist Fasching ?
Da gibt es verschiedene Ansichten...
- Der Fasching beginnt am 7.Januar (so sagt's die katholische Kirche),
dem Tag nach dem Eintreffen der heiligen 3 Könige. Dieser Feiertag ist in
Deutschland weniger gebräuchlich, hat aber im katholischen Spanien einen
ähnlichen Stellenwert wie bei uns Weihnachten.
- Oder aber am 11.11. - so sagen es die Rheinländer.
- Oder aber am 20. Mai - beim größten Karnevalszug Nordeuropas in
Aalborg (Dänemark) :
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Rosenmontag
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Der "Rosenmontag" hat nichts mit Blumen zu tun. "Rosen" kommt von
"rasen" (= wild herumlaufen, tollen). |
11.11. 11:11 Uhr
| Die Elf gilt seit dem Mittelalter als närrische Zahl. Sie ist um eins
größer als die Zehn Gebote und um eins kleiner als die Zahl der Jünger von
Jesus. |
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Aschermittwoch
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Aschermittwoch wird stets an einem Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor dem
Ostersonntag begangen (somit am 7. Mittwoch vor Ostern, vor dem ersten
Fastensonntag).
Der Aschermittwoch eröffnet die 40- tägige Fastenzeit der Christen bis
Ostern. Eigentlich sind es mehr als 40 Tage, aber die Sonntage sind von der
Tagezählung ausgenommen, da an jedem Sonntag (also auch in der Fastenzeit)
die Auferstehung Christi gefeiert wird (und diese Sonntage können daher
keine Fasttage sein).
Heute sind nur noch Aschermittwoch und Karfreitag sogenannte strenge
Fasttage, an denen die Katholiken sich nur einmal am Tag sattessen und auf
Fleisch verzichten sollen. |
Seinen Namen erhielt der Aschermittwoch, weil Asche der Palmen vom
Palmsonntag des vergangenen Jahres, am Aschermittwoch geweiht, und den Gläubigen
auf Stirn od. Scheitel vom Priester gestreut (oder vom Diakon gezeichnet) wird.
Dabei spricht der Priester: Gedenk o Mensch, du bist Staub, und zum Staube
kehrest du zurück.
Seit dem 11. Jhd. ist dieser Brauch durch Papst Urban II. existent. Der
Priester erinnert die Gläubigen damit, dass nun die 40 Tage der Buße und
Verzichts gekommen sind und der Mensch sich auf Ostern mit Körper und Seele
vorbereiten soll!
Ostern
Ostern ist das höchste Fest der katholischen Christen. Am Ostertag
freuen sich die Christen über die Auferstehung von Jesus. Ostern ist das
älteste und höchste Fest der Christen. Das Wort "Ostern" leitet sich vom
indogermanischen Wort für "Morgenröte" ab.
Das Konzil von Nizäa legte im Jahr 325 fest, dass der Ostersonntag am 1.
Sonntag nach dem auf dem Frühlingsanfang (21.März) folgenden Vollmond
gefeiert wird. Daraus resultiert, dass der Ostersonntag stets zwischen dem
22. März und 25. April stattfindet. |
Die oben aufgeführten Ausführungen enstammen im
Original von der
Eberswalder Forstfasching e.V.
Quellen:
Infoseiten von Prof. Dr. phil. Dr. theol. Herbert Frohnhofen
österreichisches Kirchennetz
Turibulum- das Ministrantenmagazin
Beitrag von Dr. phil. Jörn Bockmann im Netdoktor
Portal und Community für Frankfurt und Rhein-Main
Rhein- Zeitung
Stadt Mainz
Grupo Solar UFRJ, Rio de Janeiro
Spiegel online
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